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Museum

Arzney-Küche Bönnigheim

Alkohol in der Medizin

Museum Arzney-Küche Bönnigheim

"Damit der Besitzer nicht genötigt ist, bey naßer oder kalter Witterung oder auch zur Nachtzeit, die Bereitung gekochter Arzneyen in dem entfernten Laboratorium vorzunehmen", heißt es zur Begründung im Baugesuch vom 19. August 1843. Apotheker Völter plante die Einrichtung einer kleinen "Arzney-Küche" in seinem Haus. Doch daraus wurde nichts. Seine Frau verstarb noch im gleichen Jahr und Georg Völter gab seine Apotheke in Bönnigheimer Kirchstraße auf.

Das "entfernte" Laboratorium, von dem hier die Rede ist, wurde 1987 wieder entdeckt. Bei der Besichtigung eines baufälligen Schuppens im Garten hinter dem Gebäude Kirchstraße 22 trat ein sandsteingemauerter Raum mit Kreuzgewölbe und Kamin zu Tage.

Altes Labor hinter dem Gebäude Kirchstraße 22 vor der Renovierung

Fachleute des Deutschen Apothekenmuseums in Heidelberg bestätigten die Vermutung der Bönnigheimer: Es handelte sich um ein Apothekenlabor. Noch einige Jahre gingen ins Land, bis sich der Gemeinderat der Stadt entschloss, hier in originaler Umgebung ein kleines Apothekenmuseum einzurichten. Im Oktober 2002 konnte die Bönnigheimer Arzney-Küche in dem sanierten Gebäude der Öffentlichkeit übergeben werden.

Museum Arzney-Küche nach der Renovierung

In Anlehnung an das benachbarte Schwäbische Schnapsmuseum wird hier die Verwendung von Alkohol als Wirkstoff, Lösungsmittel und Konservierungsstoff in der Medizin dargestellt – ein Thema, mit dem sich bundesweit kein zweites Museum auseinander setzt. Das Apothekenlabor markiert den Umbruch von der handwerklichen Arzneiherstellung zur industriellen Produktion und kann als Reaktion des Apothekers auf die preiswerte Lieferung industrieller Produkte betrachtet werden.

Da es heute in einem Wirtshausgarten steht, wurde es als Schaufenster konzipiert. Im feuerfesten Laborraum zeigt eine "Bitter-Destillationsanlage" die Technik um 1900. Mittels eines Rundfüllers, in dem z. B. Kräuterlikör abgefüllt werden konnte, wurden größere Mengen für den Handel hergestellt. Im Dachgeschoss wird die Lagerung und Verarbeitung von Heilkräutern gezeigt sowie die Entwicklung der Destillationstechnik.

Bitter-Destillationsanlage, Stadtapotheke Wangen um 1900, bis 1980 in Betrieb Im Dachgeschoss des Museums

Die Historische Gesellschaft Bönnigheim e.V., die dieses pharmazie-historische Museum betreut, hat Informationen zur Bönnigheimer Apothekengeschichte zusammengetragen, die hier ebenfalls dokumentiert werden.

Das Museum Arzney-Küche im Hof der Kirchstraße 22 ist Bestandteil der Stadtführung.

Geöffnet von Mai bis Oktober, jeweils am 1. Sonntag im Monat, 14 – 16 Uhr.

Eintritt 1.--€

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

Bildergalerie:

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Eröffnungsvortrag:

Vortrag anlässlich der Eröffnung des Museums Arzney-Küche in Bönnigheim am Sonntag, den 13.10.2002 von Prof. Dr. Marcus Plehn

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