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Nachgeburtsbestattungen

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- ein fast vergessener Brauch

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Eröffnung der neuen Abteilung

Mit „Kindesglück – magische Bräuche um Liebe und Geburt“ hat am 21. Juli 2013 ein einmaliges Museumsprojekt in Bönnigheim seine Pforten geöffnet. Die Dauerausstellung präsentiert die Erkenntnisse aus fast zwanzig Jahren Forschung zum Themenkomplex „Nachgeburtsbestattung im südwestdeutschen Raum“ und zieht Parallelen zu dem weltweit auftauchenden Phänomen. Ein vergleichbares Museumsprojekt ist bisher europaweit nicht bekannt.

Fotos: Claudia Fy

Rede Regierungspräsident Johannes Schmalzl

Erstmals haben wir im Jahr 1984 in einem Bönnigheimer Keller Töpfe gefunden und mit dem Brauch der Nachgeburtsbestattung in Verbindung gebracht. Vergleichbare Funde waren bis dato in Deutschland unbekannt. Funde in 33 weiteren Kellern folgten. Die Publikationen der Erkenntnisse führten zu bundesweit ähnliche Funden. Die Johannes-Gutenberg-Universität Mainz bestätigte durch den Nachweis von Östrogenen, dass es sich bei dem Inhalt der Töpfe tatsächlich um Nachgeburten handelte.

Ethnologische Vergleiche bestärkten diese Hypothese ebenfalls. 5300 Jahre alte Dokumente bezeugen den besonderen Umgang mit der Nachgeburt im alten Ägypten. Belege aus dem Jahr 200 v. Chr. sind aus China bekannt, spätere Quellen im jüdischen Talmud. Der jüngste Beleg für Nachgeburtsbestattung aus Deutschland von 1963 stammt aus dem Schwarzwald.

Diesen Vorstellungen in allen Kulturen ist gemein, dass in der Plazenta ein geistiges Wesen wohnt, das mit dem Kind in Verbindung steht. Wird die Nachgeburt schlecht behandelt, rächt es sich am Kind, dieses erkrankt und stirbt.


Vortrag Professor Christel Köhle-Hezinger
„KINDER – LOS, SEGEN, GLÜCK UND LEID“

Bericht von Gertrud Schubert über die Dauerausstellung in der Zeitschrift "Schwäbische Heimat" (Ausgabe 2014/3 - Juli-September) 
 

Bönnigheim, Kelterstraße 10, 2001
Ausgrabung von Nachgeburtstöpfen 2001

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